Mittwoch, 24. Mai 2023, 18:30 - 20:30 iCal

Das sexuelle Schutzalter

Gewalt, Begehren und das Ende der Kindheit (1950-1990)

Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte
Spitalgasse 2-4, Hof 1.12, 1090 Wien

Buchpräsentation, Lesung


Programm:

Begrüßung

Markus Stumpf | Leiter der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Universität Wien

 

Einleitende Worte

Johanna Gehmacher | Ao. Universitätsprofessorin am Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien

 

Zum Buch

Sonja Matter | Senior Lecturer am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung, Universität Bern

Noemi Fischer | Dozentin an der MUK, Musik und Kunst, Privatuniversität Wien

 

Respondenz

Dietlind Hüchtker | Professorin für Historische transregionale Studien am Fakultätszentrum für transdisziplinäre historisch-kulturwissenschaftliche Studien, Universität Wien

 

 

 

Zum Buch:

Wann endet das sexuelle Schutzalter? Bis zu welchem Alter sollen Kinder vor sexuellen Handlungen Erwachsener geschützt werden? Diese höchst umstrittenen Fragen avancierten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehrfach zum Politikum.

 

Die Geschichte des sexuellen Schutzalters zeichnet Sonja Matter anhand österreichischer Strafprozesse wie auch nationaler und internationaler Gesetzesreformen und Kinderrechtsdebatten nach. Die sexuellen Rechte der Kinder standen meist nicht im Mittelpunkt, vielmehr dominierten die Interessen und Gesellschaftsvisionen der Erwachsenen. Nach der nationalsozialistischen Herrschaft galt der Kampf gegen sexuelle Gewalt an Kindern als Möglichkeit, eine »sittliche« Gesellschaft herzustellen. Im Zuge einer sexuellen Liberalisierung stand dagegen das Interesse im Zentrum, die Sexualität von Kindern zu »befreien«, um eine liberalere Gesellschaft zu verwirklichen. Erst die autonome Frauenbewegung der 1980er Jahre verknüpfte die Problematik der sexuellen Gewalt an Kindern dezidiert mit einer Herrschaftskritik. Die Auseinandersetzungen waren von der Frage begleitet, wann Kindheit endet und in welchem Verhältnis Gewalt und Begehren stehen.

 

Zur Autorin:

Sonja Matter ist Privatdozentin an der Universität Freiburg (Schweiz) und Senior Researcher und Lecturer am Interdisziplinären Zentrum für Geschlechterforschung der Universität Bern. Sie war Gastwissenschaftlerin am History Department der Harvard University und am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die Geschlechter- und Sexualitätsgeschichte, die Kinder- und Menschenrechtsgeschichte sowie die Wohlfahrtsstaatsgeschichte.

 

 

Eine Kooperation von

Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte, Universitätsbibliothek Wien

Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien

Historisches Institut, Universität Bern

Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

Fakultätszentrum für transdisziplinäre historisch-kulturwissenschaftliche Studien, Universität Wien

Zur Webseite der Veranstaltung


Veranstalter

Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte


Kontakt

Marc Drews
Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte der Universität Wien
+43.1.4277.16711
marc.drews@univie.ac.at