Dienstag, 17. November 2020, 17:00 - 18:30 iCal

Mehrsprachigkeit & Bildung in Österreich

Stefaniya Ptashnyk, Verankerte und gelebte Mehrsprachigkeit an den Lemberger Gymnasien 1848–1918

Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien
Sensengasse 3A, 1090 Wien

Vortrag


Wir freuen uns sehr, daß wir zum zweiten Termin der Online-Vortragsreihe

 

'Mehrsprachigkeit und Bildung in Österreich – historische und sozialwissenschaftliche Perspektiven'

 

einladen können.

 

Weitere Termine:

03.11.2020 | 01.12.2020 | 19.1.2021, 17.00 – 18:30 Uhr

 

Das weitere Programm und die Abstracts der Vorträge finden Sie auf:

 

mehrsprachigkeitundbildunginoesterreich.univie.ac.at

 

Wir bitten um Anmeldung zum Vortrag bis spätestens am Vortag unter:

mehrsprachigkeit.biwi@univie.ac.at

 

Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und auf Ihre Teilnahme!

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Das Organisationsteam

 

Alan S. Ross

Nadja Thoma

 

 

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Stefaniya Ptashnyk

 

 

Verankerte und gelebte Mehrsprachigkeit an den Lemberger Gymnasien 1848–1918

 

Im Mittelpunkt meines Vortrags steht die multinationale und multikonfessionelle Stadt Lemberg, die im 19. Jh. die Hauptstadt des Kronlandes Galizien und Lodomerien war. Als eines der multinationalen Stadtzentren der Monarchie stand Lemberg vor Problemen der gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit und der Multinationalität. In seiner sprachlichen Vielfalt waren Polnisch, Deutsch, Ukrainisch (Ruthenisch), Jiddisch, Hebräisch, Armenisch und Kirchenslawisch mit ihren unterschiedlichen Schriftsystemen vertreten. Die politischen Entwicklungen nach der Revolution von 1848 führten zur Steigerung des nationalen Selbstverständnisses unter den Völkern Österreichs. Die einzelnen Nationalsprachen gewannen als Ausdrucksmittel der Gruppenidentität zunehmend an Bedeutung, deshalb gehörte die gesetzliche Verankerung der Gleichberechtigung von Nationalitäten und ihren Sprachen zu den zentralen sprachenpolitischen Aufgaben der Monarchie. Der tatsächliche Umgang mit den landesüblichen Sprachen gestaltete sich jedoch relativ komplex. In meinem Vortrag verfolge ich den Sprachengebrauch in der Lemberger Bildungslandschaft, insbesondere an den Lemberger Gymnasien. Hierbei untersuche ich einerseits, wie die deutsche Sprache zwischen 1850 und 1900 ihre dominante Rolle als Unterrichtssprache verlor. Darüber hinaus wird der Deutschunterricht genauer unter die Lupe genommen. Dabei wird die Frage erörtert, welche Lehrwerke herangezogen wurden und an welchen Sprachnormen man sich dabei orientierte.

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Veranstalter

Institut für Bildungswissenschaft


Um Anmeldung wird gebeten


Kontakt

Alan Sioltaich Ross
Institut für Bildungswissenschaft
+43 1 4277 46766
alan.ross@univie.ac.at