Donnerstag, 15. Mrz 2018, 18:30 - 20:00 iCal

Das Ende allen Kämpfens? –

Reflexionen über die Entwicklung von Ueshiba Morihei’s Verständnis von „Budo“

Stefan Köck

(Österreichische Akademie der Wissenschaften, IKGA)

 

Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie, Seminarraum Jap 1
Spitalgasse 2, UniversitätsCampus Hof 2, Eingang 2.4, 1090 Wien

Vortrag


Wer sich mit japanischen Kampfkünsten beschäftigt, wird früher oder später mit der Äußerung konfrontiert, dass diese doch eigentlich das Ziel verfolgen, Kämpfen zu unterbinden. Begründet wird diese Ansicht zumeist mit einer Interpretation des Schriftzeichens bu . Handelt es sich hierbei nur um ein Klischee, mit dem überkommene Formen der Konfliktlösung durch physische Gewalt für den Zeitgeschmack genießbar gemacht werden sollen? Oder lassen sich tatsächlich Hinweise finden, dass ein moralischer Anspruch, der mit dieser Äußerung verbunden ist, mehr als ein bloßes Lippenbekenntnis sein könnte?

Anhand derartiger Fragen soll in diesem Vortrag über die Entwicklung des Denkens von Ueshiba Morihei (1883–1969), dem Begründer des Aikido, reflektiert werden. Aufgewachsen im nationalistischen Klima der Meiji-Zeit, kam er in den 1930er Jahren in engen Kontakt mit Kreisen des japanischen Militärs und wurde zu einem Repräsentanten des militaristischen Systems. Seine Abwendung vom Militarismus ab den frühen 1940er Jahren war ein Prozess, der sein Verständnis von Budo wandelte. Wie sich dieser Wandel in seiner Lehrweise ausdrückte, soll im Anschluss an den Vortrag durch eine Aikido-Demonstration erläutert werden.

Dr. Stefan Köck ist Japanologe und forscht zu Fragen religiöser Kontrolle im Japan des 17. Jh. am IKGA der ÖAW. Als Träger des 5. Dan und des Titels eines Aikido-renshi unterrichtet er im Kampfsport-Center Floridsdorf Iwama-ryu Aikido.


Veranstalter

Institut für Ostasienwissenschaften/Japanologie und AAJ (Akademischer Arbeitskreis Japan)


Kontakt

Mag. Angela Kramer
Universität Wien
Institut für Ostasienwissenschaften - Japanologie
4277-43801
angela.kramer@univie.ac.at