Freitag, 05. November 2021, 09:00 - 18:00 iCal

Solidary Citizens

Imperiale Lebensweise und Politische Bildung

3. Vienna Conference on Citizenship Education

Sky Lounge Universität Wien
Oskar-Morgenstern-Platz, 1090 Wien

Konferenz


Weitere Termine

Samstag, 06. November 2021, 09:00 - 18:00

Im Jahr 2021 widmet sich die 3. Vienna Conference on Citizenship Education dem Schwerpunktthema Imperiale Lebensweise und den damit verbundenen Impulsen, Anregungen und Schlussfolgerungen für die Politische Bildung. Der Begriff der „imperialen Lebensweise“ wurde von Ulrich Brand und Markus Wissen vorgeschlagen, um die tiefe institutionelle, diskursive und alltägliche Verankerung einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch nicht nachhaltigen Produktions- und Lebensweise genauer zu verstehen. Sie wird reproduziert über politische und wirtschaftliche Strategien und Interessen, aber auch darüber, dass sie von den Menschen im Alltag ganz praktisch gelebt wird. Weiters werden die problematischen Voraussetzungen und Folgen, insbesondere der globalisierten Warenproduktion, gesellschaftlich kaum sichtbar gemacht und thematisiert. Innergesellschaftliche und internationale Ungleichheiten und Spaltungen werden darüber aufrechterhalten: Hierarchische Arbeitsteilung entlang von Klassen-, Geschlechter- und rassismusrelevanten Dimensionen, die Plünderung natürlicher Ressourcen, Konsumismus in Form von Wegwerfkultur, staatliche Politiken, die das tendenziell unterstützen. Durch die Corona-Krise wird die imperiale Lebensweise aktuell sehr widersprüchlich verändert. Die Politisierung und Veränderung der imperialen Lebensweise hin zu einer solidarischen ist eine Grundbedingung, um gesellschaftliche Krisen wie auch jene der gesellschaftlichen Naturverhältnisse zu verändern.

Die Widersprüche einer imperialen Lebensweise sollten auch in der Politischen Bildung und der Citizenship Education stärker reflektiert werden. Von Interesse ist hier die Auseinandersetzung zwischen individueller Ebene sowie strukturellen Bedingungen, Prozessen und Verhältnissen in Gesellschaft und Politik und schließlich deren Verhältnis zueinander. Politische Bildung befasst sich darauf bezogen mit Lernenden innerhalb der gesellschaftlich-politischen Wirklichkeit. Im Fokus stehen deshalb Möglichkeiten der Förderung von Urteilskraft. Damit verbunden ist der Zusammenhang zwischen subjektiven Denk- und Deutungsweisen sowie sozialen Handlungsformen. Entsprechend geht es um die Auseinandersetzung damit, wie Menschen unter gesellschaftlichen Bedingungen agieren und diese denkend und handelnd (re)produzieren.

 

Achtung: Die Tagung wird unter Berücksichtigung der Pandemie-Situation gegebenenfalls online stattfinden!

Dies wird voraussichtlich Anfang Oktober entschieden, die Teilnehmenden werden umgehend darüber informiert.


Veranstalter

Department für die Didaktik der politischen Bildung der Universität Wien


Um Anmeldung wird gebeten


Kontakt

Lara Möller
Universität Wien
+43/1/512 37 37-10
lara.moeller@univie.ac.at