Sehnsucht nach Gemeinschaft und ihre Kritik
Potenziale einer Diskussion aus den 1920/30er Jahren für den Ethikunterricht
2./3. Stock, Neues Institutsgebäude (NIG)
Universitätsstraße 7, 1010 Wien
Potenziale einer Diskussion aus den 1920/30er Jahren für den Ethikunterricht
Universitätsstraße 7, 1010 Wien
Weitere Termine
Samstag, 13. Juni 2026, 09:30 - 13:00
Beschreibung
Wie viel Gemeinschaft braucht der Mensch und wie viel Distanz verträgt er? Die Frage, ob wir uns in sozialen
Beziehungen „echt“ zeigen müssen oder ob uns Rollen und Masken schützen, ist ein zentrales Thema für das
Zusammenleben. Die Epoche zwischen 1920 und 1939 eignet sich hervorragend, um dieses Spannungsfeld
zwischen „authentisch“ wahrgenommener Gemeinschaft und „künstlich“ scheinender Gesellschaft zu
untersuchen.
Anhand von Texten von Ferdinand Tönnies, Helmuth Plessner und Martin Buber betrachten wir gegensätzliche
Antworten auf die umrissene moderne Krisenerfahrung: Während die Gemeinschaft einerseits als
Fundament für Verständnis und Liebe (Buber) oder Tradition (Tönnies) verteidigt wird, wird anderseits die
Notwendigkeit von Distanz, Maske und professioneller Rolle für das gesellschaftliche Leben und die
politische Praxis betont (Plessner).
Mithilfe der philosophiehistorischen Hermeneutik üben wir uns im ersten Teil des Workshops darin, diese
Texte methodisch zu verstehen und zugleich ihre Bedeutung für heute zu formulieren. Im zweiten Teil des
Workshops wollen wir die aktuelle Bedeutung der Texte zum Ausgangspunkt machen und Vorschläge
erarbeiten, wie die genannten Texte in die Arbeit mit Schüler*innen des Ethikunterrichts eingebunden werden
kann. Neben konkreten methodischen Vorschlägen soll dabei auch untersucht werden, inwieweit gerade die
historische Distanz nützlich dafür ist, schwierige Fragen für den Ethikunterricht aufzubereiten: Wie viel
Ehrlichkeit verträgt eine Gruppe? Wann ist eine soziale Rolle ein notwendiger Schutz, und wann ist sie ein
Hindernis? Inwieweit ist es gerechtfertigt, Interessen des Individuums denen der Gemeinschaft
unterzuordnen?
Veranstalter
Univ.-Prof. Dr. Arne Holger Moritz
Anmeldung/Registrierung via E-Mail erforderlich – Jetzt anmelden: dilek.divan(at)univie.ac.at
Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Arne Moritz
Professur für Philosophie und Ethik in Schule und Gesellschaft
+43-1-4277-46442
arne.holger.moritz(at)univie.ac.at
Erstellt am Mittwoch, 20. Mai 2026, 13:03
Letzte Änderung am Dienstag, 26. Mai 2026, 14:06