Beschreibung
Mitte Februar 1476 informiert Albrecht „Achilles“ von Brandenburg (1414–1486) seinen Freund Graf Ulrich von Württemberg in einem Brief über die Schwangerschaft seiner zweiten Ehefrau Anna von Sachsen (1437–1512) mit dem gemeinsamen zwölften Kind. Auffallend ist dabei die Formulierung, die er dafür wählt: Sie vermittelt nicht nur den Anschein von Prahlerei – immerhin war der Kurfürst im Begriff, bereits zum 18. Mal Vater zu werden –somit war der Fortbestand seiner Dynastie ausreichend gesichert –, sondern sie lässt auch erahnen, dass Albrecht sich wohl als aktiv in die Schwangerschaft involviert empfand. Im Vortrag wird beleuchtet, was Albrecht hinsichtlich seiner eigenen Vaterschaft und den damit in Verbindung stehenden Handlungen in Briefen kommuniziert und inwiefern er in weiterer Folge Vaterschaft zur Untermauerung seiner Männlichkeit genutzt hat. Die vorgestellten Ergebnisse sind Teil des laufenden Dissertationsprojekts der Vortragenden, das mittels der Auswertung von Briefen des Hohenzoller’schen Fürsten und seines Umfelds zur Erforschung von historischer Vaterschaft beiträgt.
Zur Webseite der Veranstaltung
Veranstalter
Institut für Geschichte der Universität Wien
Kontakt
Martina Fuchs
Institut für Geschichte
+43-1-4277-40842
martina.fuchs(at)univie.ac.at
Erstellt am Mittwoch, 11. Februar 2026, 10:24
Letzte Änderung am Donnerstag, 12. Februar 2026, 14:55