Mittwoch, 14. Jänner 2026, 18:30 - 20:00 iCal
Epicurus' human beings
Solmeng-Jonas Hirschi (Wien)
Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein (Bibliotheksraum 2)
Universitätsring 1, 1010 Wien
Buchpräsentation, Lesung
Epikurs philosophisches Projekt basiert auf seiner eudaimonistischen Wirksamkeit. Seine Briefe und Maximen beschreiben nicht nur eine Lebensweise, sondern verkörpern seine Praxis der Fürsorge und der Erneuerung. Sie auswendig zu lernen und zu verstehen, soll die Fähigkeit verbessern, einen Zustand der Ataraxie zu erreichen und zu bewahren. Sie sind so verfasst und gestaltet, dass sie Wirkung zeigen. Epikur lediglich als Theoretiker zu lesen, bedeutet daher, seine eigentliche Intention zu verkennen. Diese These plädiert für eine tiefergehende Lektüre, die Epikurs Intentionen wörtlich nimmt. Sie führt die Lehre näher an ihre praktische Anwendung heran, indem sie die Leser und beabsichtigten Anwender von Epikurs Philosophie untersucht: die Menschen.
Das Korpus besteht aus den drei Briefen und den Lehren, die Diogenes Laertius im zehnten Buch der „Lebensbeschreibungen berühmter Philosophen“ überliefert hat. Jedes Kapitel ist einem dieser Texte gewidmet und in zwei Hauptabschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt bilden Textanalysen mit philosophischem Fokus die Grundlage für eine heuristische Untersuchung von Epikurs Auffassung des Menschseins und -handelns. Im zweiten Abschnitt bieten lexikalische Analysen und eine Betrachtung der Personendeixis eine textzentrierte Ergänzung. Gemeinsam zeichnen sie das Bild des Menschen gemäß und innerhalb von Epikurs Philosophie nach. In den Kapiteln zum Brief an Pythokles und zum Korpus der Kuriai Doxai wird der Frage ihrer jeweiligen Authentizität besondere Aufmerksamkeit gewidmet, indem die Funktion dieser Texte in den Mittelpunkt gestellt wird, die auch für die Beurteilung ihrer Form und ihres Inhalts wesentlich ist.
Diese Forschung liefert wichtige Erkenntnisse zur Pragmatik von Epikurs Schriften, insbesondere hinsichtlich ihrer Verwendung, ihrer Form und ihrer Funktion im Streben nach Glück und Wohlbefinden. Diese Ergebnisse sind von unschätzbarem Wert für unser Verständnis, warum und wie Epikur die Wirksamkeit und den therapeutischen Nutzen seiner Lehre befürchtete.
Veranstalter
Institut für klassische Philologie und Planetarium Wien
Kontakt
Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein
Institut für Klassische Philologie, Mittel- und Neulatein
+431427741901
klassischephilologie@univie.ac.at
Erstellt am Mittwoch, 05. November 2025, 12:42
Letzte Änderung am Dienstag, 11. November 2025, 09:38