Dienstag, 21. November 2023, 18:00 - 20:30 iCal

GAIN Gender & Agency Lecture und Preisverleihung

GAIN Gender & Agency Lecture mit Claudia Opitz-Belakhal und Verleihung der GAIN Gender & Agency Forschungspreise 2023

Dachgeschoß im Juridicum
Schottenbastei 10-16, 1010 Wien

Antrittsvorlesung, Public Lecture


Die Forschungsplattform GAIN - Gender: Ambivalent In_Visibilities veranstaltet am 21. November eine GAIN Gender & Agency Lecture mit Claudia Opitz-Belakhal. In diesem Rahmen findet auch die Verleihung der GAIN Gender & Agency Forschungspreise 2023 statt.

 

 

Verleihung der GAIN Gender & Agency Forschungspreise 2023

 

Die Preise ergehen für ihre Masterarbeiten an Natascha Bobrowsky, Barbara Metzler, Melissa Nielsen und Carina Siegl sowie für die Dissertation an Katharina Mairinger-Immisch.

 

Mit Laudationes von Nikolaus Benke, Marlen Bidwell-Steiner, Elisabeth Holzleithner und Birgit Sauer.

 

 

GAIN Gender & Agency Lecture

Claudia Opitz-Belakhal

Die frühneuzeitliche „Querelle des femmes“ – ein Experimentierfeld für (non-)binäre Geschlechterkonzepte der Moderne?

 

Die queer theory, die seit gut zwei Jahrzehnten die akademische Diskussion über Geschlechterkonzepte und Sexualpraktiken kritisch begleitet, hat uns u.a. die wichtige Erkenntnis beschert, dass das Denken in binären Geschlechterkategorien nicht nur repressiv sein kann für Menschen mit diverser Geschlechtsidentität. Es ist vor allem auch hinderlich im Hinblick auf Diskurse und Praktiken fernerer Zeiten und Kulturen.

Ich möchte daher in meinem Vortrag den Versuch unternehmen, die methodologischen Vorschläge der queer theory jenseits des Feldes der Sexualitätsgeschichte im Sinn einer Wissens- und Normierungskritik zu erproben – und zwar im Hinblick auf diejenige Debatte über Geschlechterordnungen und -grenzen, die sich seit dem späten Mittelalter in fast ganz Europa entfaltete und die wir heute mit dem Begriff „querelle des femmes“ umschreiben. Ich möchte sie hier jedoch lieber mit dem historisch korrekteren Begriff „querelle des sexes“ bezeichnen, um eben auch ihr queer-historisches Potential deutlicher sichtbar zu machen.

In meinem Vortrag möchte ich zunächst einige einleitende Überlegungen zu queer-theoretischen Konzepten und Analyse-Vorschlägen anstellen, die mir auch für die Geschlechtergeschichte (nicht nur) der Frühen Neuzeit wichtig erscheinen. Danach stelle ich kurz wesentliche Aspekte der frühneuzeitlichen „querelle des femmes“ bzw. „querelle des sexes“ vor. In einem dritten Schritt werde ich der Frage nachgehen, inwiefern insbesondere die egalitätsfeministischen Schriften innerhalb dieser „querelle“ dazu geeignet waren, heteronormative Ordnungsvorstellungen über Geschlechter und ggf. auch Geschlechtlichkeit zu durchkreuzen.

 

Moderation: Christa Hämmerle

 

Prof. Dr. phil. em. Claudia Opitz-Belakhal war bis Anfang 2023 Professorin für Neuere Geschichte am Departement Geschichte der Universität Basel. Ihre Arbeitsbereiche sind die politische Theorie und Kultur der Frühen Neuzeit, insbesondere Frankreichs, sowie die Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit. Sie ist Autorin zahlreicher Publikationen, u.a. einer Einführung in die Geschlechtergeschichte (2010 und öfter) sowie Mit-Herausgeberin der Zeitschrift L`Homme – Europ. Zeitschrift für feminist. Geschichtswissenschaft. Eine ihrer jüngsten Publikationen ist das Buch „Streit um die Frauen und andere Studien zur frühneuzeitlichen `Querelle des femmes`“ (2020).

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Veranstalter

Forschungsplattform GAIN - Gender: Ambivalent In_Visibilities


Kontakt

Sara Vorwalder
Forschungsplattform GAIN - Gender: Ambivalent In_Visibilities
43-1-4277-41223
office.gain@univie.ac.at